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Wegübersicht

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Die Gondoschlucht

In einem Reisebericht der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft um 1880 ist zu lesen:

"Wahrlich schön ist der Süden, unbeschreiblich schön, eine Offenbarung auch für den, dem das Paradies am Genfersee, die romantischen Täler unseres Oberlandes alle ihre Geheimnisse entschleiert haben! Geradezu feierlich wird jede Stimmung in der Gondoschlucht, die ihresgleichen wenigstens in unserem Weltteil vergeblich suchen wird, und die Grossartigkeit drückt sich nieder, sie erhebt, man weiss und fühlt es diesen geheimnisvollen stummen und doch so beredten Felsen: sie meinen es gut mit uns, sie wollen uns Zeit lassen, uns zu sammeln, uns vorzubereiten, alle Fibern der Erregung im voraus zu stimmen, auf das, was erscheinen soll und doch nicht erschienen ist. Das macht's, dass es uns wie am Schöpfungsmorgen, wenn wir nun plötzlich, aus dem Felsentor heraustretend, die Welt vor uns sehen."

Gehen wir gemeinsam auf diese Erlebniswanderung ....

Mit der Eröffnung des Stockalperweges durch die Gondoschlucht am 24. August 2002  konnte das Wandereldorado Gondoschlucht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

1. Ausgangspunkt zur Gondoschlucht ist Gschtei an der Simplonstrasse. Hier führte der Stockalperweg vorbei. Zeuge aus  dieser Zeit ist die Ruine der alten Kapelle im Undru Gschtei.
Wer den Weg über Furggu ins Zwischbergental vorzieht, zweigt hier ab. Beide Wege führen nach Gondo.

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Postauto Zwischbergen

2. Kapelle "Maria Opferung" im Gabi

Der schmucke Steinbau wurde um 1815 anstelle der Kapelle im  «Undru Gstei» erbaut. Mit der Verlagerung des Passverkehrs nach dem Bau der Fahrstrasse hat Gabi als Siedlung an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang wurde um 1815 bei der Brücke über den Chrummbach die neue Kapelle  errichtet. Der Bau ist stilistisch stak von Italien beeinflusst. Hier waren wohl italienische Baumeister am Werk.

Das Innere zieren ein Altarbild der Heiligen Familie aus dem 19. Jh. und eine thronende Muttergottes aus dem 17. Jh., vielleicht aus der früheren Kapelle im Undru Gstei. Heute leidet die schöne, im Renaissancestil erbaute Kapelle durch den Strassenverkehr, der direkt vor der Eingangstüre vorbeibraust. Sie wurde l967/68 renoviert, ist aber wieder stark renovationsbedürftig.


Kapellenfest: Unsere Liebe Frau von Jerusalem, 21. November

 

3. Wohnhaus im Gschoru Erb

Im Gabi, nach der Brücke über die Laggina, zweigt der Weg durch die Schlucht links ab. Der ältere Weg führt über Furggu und das romantische Zwischbergental nach Gondo.

Das grosse Blockhaus etwas abseits des Weges ist aus 1775 datiert und besteht aus Wohnhaus, Scheune und Stall.

4. Ruine in der Äbi

Auf der schattigen Anhöhe am westli
chen Eingang zur Gondoschlucht beherrscht die mächtige Stockalperruine das Gelände. Der Bau wurde von Kaspar Stockalper als Waren-depot in Auftrag gegeben. Der Türsturz des vermutlichen Haupteinganges trägt die Jahrzahl 1676. Für dem Weiterbau hat die Zeit nicht mehr gereicht. Der Sturz Stockalpers 1678 verhinderte die Fertigstellung. Die Feinde Kaspar Stockalpers befürchteten eine Festung in der Klus.

 

 

 

 

5. Kalkofen

In der Nähe der alten Kaserne ist ein restaurierter Kalkofen, ein so genannter Feldkalkofen. Dieses Brenn-System kannten schon die Römer.

Der Ofen stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und ist vermutlich älter als die gegenüberliegende Napoleonstrasse.

6. Alte Kaserne - Vierstrassenmuseum

Das Museum der 4 Strassen über den Simplon in der «Alten Kaserne» am Eingang zur Gondoschlucht

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeit: 0800 - 1900 Uhr täglich

 

In diesem Gebäude befinden sich nebst dem interessanten Strassenmuseum auch Toiletten!
 

Eine prächtige Bogenbrücke führt den Wanderer vom Stockalperweg direkt zum Museum.

Dieses Gebäude, die «Alte Kaserne» am Eingang zur Gondoschlucht, ist um 1805 gleichzeitig mit der Napoleonstrasse gebaut worden. Sie sollte als Truppenunterkunft dienen.

Der Kanton Wallis hat 1999 - 2000 das Gebäude saniert und im Umfeld einen einladenden Rastplatz für müde Autofahrer erstellt.

Im Mittelteil des Gebäudes wurde in Zusammenarbeit mit dem Ecomuseum Simplon eine Ausstellung über die Strassengeschichte am Simplon eingerichtet.

Zahlreiche Bilder und Karten dokumentieren den Verlauf und den Bau der «Simplonstrassen» von der Römerzeit bis in die Gegenwart.

Raum und Ausstellung laden zum Verweilen...

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Nach der alten Kaserne hängt sich der Weg an die Strassengalerie.

Das Teilstück durch die Gondoschlucht war aus der Sicht der Wegbauer sicher das schwierigste. Es galt steinschlaggefährdete Stellen zu umgehen oder abzusichern und viele Kunstbauten zu errichten.
Das Resultat ihrer Arbeit ist überwältigend. Jeder Wanderer wird von der Streckenführung, den Kunstbauten und den historischen Überbleibseln  begeistert sein.

 7. Ponte Alto (Hoostäg)

Diese enge Schluchtstelle nutzte bereits Stockalper zur Überquerung der Doveria, daher wohl der Name Hoostäg. Die napoleonische Brücke bestand aus gemauerten Widerlagern und einem Holzüberspann.

Aus strategischen Gründen liess Napoleon die Brücke aus einer Holzkonstruktion erstellen, um beim Einbruch eines Feindes das Holzwerk schnell abbrechen zu können.

Erst um 1860 liess der Kanton Wallis die hölzerne Brückenbahn durch einen Mauerbogen ersetzen.

Beängstigend...  aber unvergessliche Sujet und Ein-drücke für ein Foto bieten sich hier dem Wanderer.

Weiter führt der Weg über künstliche und kunstvolle Stege und Treppen zum Fort Gondo.
Vom Hoostäg geht's auf einem schmalen Eisensteg in luftiger Höhe unter der Autostrasse durch.

 

Kurz vor der Festung kommt man wieder auf die Napoleonstrasse...

... und nur wenig später geht's in Schwindel erregender Höhe über eine schmale Eisenbrücke hinauf zur Festung.

8. Casermettabrücke und Casermetta

Die Brücke war ursprünglich aus strategischen Gründen mit einer Holzbrückenbahn erstellt worden.

Bei der Brücke stand das Schutzhaus Nr. 9, die legendäre Casermetta. Die Trinkstube war berüchtigter Zufluchtort für Kutscher und Rei-sende, aber auch für Soldaten während den Weltkriegen und militärischen Wiederholungs-kursen. Diese historische Schenke in italienischem Stil musste dem Ausbau der Nationalstrasse weichen.

9. Fort Gondo

Schon bald nach der Eröffnung der Napoleon-strasse errichtete die Schweizer Armee gegenüber der Grossen Galerie eine Geschützstellung. Die Anlage wurde nach dem Durchstich des Simplontunnels und während den beiden Weltkriegen zur Festung ausgebaut.
Der geführte Wanderer kann heute die ganze Anlage besichtigen. Der Wanderweg führt ca. 350 m durch den historischen Verbindungs-stollen zwischen Ost- und Westwerk.

Was noch vor einigen Jahren streng geheim war, ist heute der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Räumlichkeiten mit all den Einrichtungen und technischen Anlagen können unter Führung besichtigt werden. Die Ausstellung in der Soldatenstube zeigt anhand von Objekten, Plänen, Fotos und Modellen die Militärpräsenz am Simplon während dem Aktivdienst in den beiden Weltkriegen. Das Gipsmodell des Simplonadlers und die massstabgetreue  Nachbildung der gesamten Festungsanlage sind Meisterwerke.

Die Ausstellung in den drei Räumlichkeiten der Soldatenstube enthält eindrückliches  Anschauungsmaterial aus der Militärgeschich-te des Simplons, welche bei den Älteren Erinnerungen aufleben lässt und für die Jüngeren Wissenswertes über vergangene Zeiten vermittelt.

Zirka bei Stollenmitte kann man wieder einmal frische Luft tanken. Man tritt kurz ins Freie und staunt schon wieder. Die beiden historischen strassenbaulichen Schwergewichte sind uns zum Angreifen nahe, die Grosse Galerii (10) und die Frascinodibrücke (11).

Im Fort Gondo zu bestaunen:
Original Gipsmodell Simplon Adler


 

Einst militärisch geheim – Geheimnis heute gelüftet:

Ausstellung in der Festung Gondo.

 


Nach dem Stollenausgang des geht's über dieses Eisentreppe hinab Richtung Gondo ... Richtung Süden.

 

Schon bald entdecken wir wieder gut erhaltene Spuren des alten Saumweges.



10. Grossi Galerii

Die Gross Galerii wird als Mei-sterleistung der italienischen Strassenbaukunst während der Napoleonzeit eingestuft. Hier an der engsten Stelle der Schlucht wurden drei Tunnels mit Handarbeit in den Felsen-vorsprung gehauen. Auf einer Bauinschrift ist zu lesen:
AERA ITALO / MDCCCV / NAP.IMP
.
(Ital. Bauabschnitt/ 1805 / Kaiser Napoleon).


11. Fraschinonibrigga
Die Frascinonibrigga am nördlichen Ausgang der Grossen Galerii wurde als steinerne Bogenbrücke erstellt. Die übrigen Brücken in der Gondoschlucht befahl Napoleon aus strategischen Gründen aus Holzkonstruktionen zu bauen. Zeitgemässe Stiche liefern den Beweis.

12. Pont des Sapins

Ab dem Südausgang der Festung verläuft der teils noch gepflasterte Stockalperweg hinunter zur Doveria und überquert diese über eine moderne Metallbrücke, wo einst die Pont des Sapins die tiefe Schlucht bezwang.
Die Widerlager des ursprünglichen Steges sind zum Teil noch erhalten.

Auf einer Skizze des napoleonischen Ingenieurs Nicolas Céard wird der Steg als Pont des Sapins  bezeichnet.
Nach 5 Minuten erreicht der Weg die Postautohaltestelle in der Ramserna.

 

Alle Wege führen nach..........

In 15 Minuten erreicht man das historische Grenzdorf Gondo mit südlichem Charme,
40 Km sind es bis Brig
20 Km bis Domodossola.


13. Gondo

Ausführliche Informationen über Gondo und den Stockalperturm finden sie auf der Homepage der Gemeinde Gondo.

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