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Der Weiler Egga

Über die Ebene der Waldmatten erreicht man die uralte Ortschaft Egga. Kurz vor dem Weiler Egga führt ein jäher Rechtsschwenker parallel zum Mässloibgrabu zurück auf den originalen Stockalperweg.

Bereits 1399 waren Egga und Waaldärubäärg eine selbständige Gemeinde. Egga entwickelte sich vor allem nach der totalen Verschüttung des alten Dorfes im Triinibodo durch den Gletschersturz vom Hohmattugletscher am 31. August 1597. Eis- und Gesteinsmassen begruben 81 Menschen mit ihrem Vieh und aller Habe. Knapp 400 Jahre lang übte die Gemeinde hier ihre eigene Gerichtsbarkeit aus. Erst die Franzosenzeit beendete 1797 die Existenz der Freigerichte. Dies war aber gleichbedeutend mit dem Verlust der Freiheit. Steuern und Abgaben raubten das Ersparte. Hinzu kamen die Verwüstungen und Plünderungen der durchziehenden Truppen.

 



Auf originalen Stockalperspuren nähert sich der Wanderer durch saftige Wiesen dem Weiler Egga.

In der Mitte das alte Egguhuis, auf dem Ofen die Jahrzahl 1601. Es diente als Gemeinde- und Gerichtshaus.

 

In kirchlichen Belangen gehörte die Eggen-gemeinde immer zur Pfarrei Simplon. Schon bald nach der Entstehung des Eggendorfes erbauten die Bürger ihrem Schutzpatron, dem hl. Johannes der Täufer, um 1670 eine grosse Kapelle. Um 1750 wurde sie erweitert. An den älteren Chorteil baute man ein saalartiges Schiff. Der Sakristeianbau ist neueren Datums. Im Chor befindet sich eine barockes Altärchen mit einer Statue des heiligen Johannes der Täufers.
Ein kleines Schriftstück aus dem Jahre 1628 und die Jahrzahl 1627 in einem Stein im Chor lassen vermuten, dass hier schon früher eine Kapelle stand.

Die Kapelle spielte im Alltag des Freigerichtes und der Gemeinde Eggen eine bedeutende Rolle. Alljährlich zog man in feierlicher Prozession am Fest des heiligen Johannes der Täufer, am 24. Brachmonat (Juni) in feierlicher Prozession von Simplon zur Eggenkapelle. Nach dem Gottes-dienst trafen sich die Bürger zur Urversammlung und zum Gemeindetrunk. Die Prozession wurde dann im 19. Jahrhundert aufgegeben, denn nach dem Trunk trat meist nur eine Schrumpfprozession den Rückweg an.
Im Protokollbuch von1841 ist zu lesen:

"Da heut auch über die Abstellung der Missbräuche in Eifer des heiligen Johannes Baptista gepredigt worden sei, sollen fürderhin der Trunk und die Geteilenversammlung in Simplon abgehalten werden."

 

Heute findet jeweils am letzten Sonntag im Juni eine Prozession von Simplon zur Eggenkapelle statt und die Versammlung mit Trunk wird alle 2 Jahre in Simplon Dorf durchgeführt.

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Die Kapelle St. Johannes Baptista an der
Egga

Kapellenfest: Heiliger Johannes der Täufer
24. Juni