Geschichte der Pfarrei San Marco
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Vor 1495 |
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Seit uralten Zeiten bildeten Trasquera, Iselle, Bugliaga, Paglino, Val di
Vaira (Zwischbergental) und Fraxinodo, also das Gebiet von Varzo bis Gabi,
die gemeinsame Pfarrei San Marco. Diese gehörte zur Diözese Novara und politisch zum oberitalienischen Staatsgebiet.
Als im 13. Jahrhundert der Transitverkehr auf der Simplonstrasse grössere
Ausmasse annahm, interessierten sich die Walliser stärker um die
Grenztäler Val di Vaira (Zwischbergen), Laginasca und Fraxinodo. Zum
gleichen Zeitpunkt wanderten viele Walliser aus, um sich südlich vom Monte
Rose (des Simplon) niederzulassen. Im Jahre 1291 kaufte der Fürstbischof
von Sitten, Bonifaz de Challand, den Grafen di Castelli dessen
Herrschaftsrechte von Crevola bis Brig ab. Zur Folge nahm die "deutschsprachige"
Kolonisierung noch zu. Damit war es mit der geschlossenen Einheit der
Pfarrei geschehen. Sie wurde zweisprachig: auf der einen Seite
italienische Ureinwohner, auf der anderen deutschsprachige Walliser
"Kolonisten".
Mit der Zeit wurde Vaira zum Zwischbergental, Laginasca zu Lagünschen oder
Lagginatal, Fraxinodo zu Alpjien und Gondo zu Ruden umbenannt. Auch kam ein
deutsch sprechender Vikar nach San Marco, um den Wallisern Gottesdienst zu
halten. Später soll sogar abwechslungsweise ein Gottesdienst gehalten
worden sein. Das alles schienen die Italiener noch hingenommen zu haben.
Es wurden aber immer mehr Kolonisten. Und die Italiener, die an Ihrer
Pfarrei hielten, wollten natürlich zeigen das San Marco eine Italienische
Pfarrei war - und bleiben würde. Das Hauptfest der Pfarrei war das
Kirchenfest des hl. Markus am 25. April. Nach Italienersitte musste an
jenem Kirchenfest alles Volk das beten, singen und tanzen konnte (oder es
erlernen wollte), zur Pfarrkirche. Irgendwann wurden die Walliser
Pfarreiangehörigen aufgefordert, sich am 25. April von Paglino (San Marco)
fernzuhalten. Grosszügig wie sie waren gestatteten Sie aber den
Kolonisten, eine Woche später das Fest in San Marco nachzuholen. Die
Walliser ihrerseits stützten sich auf ihr Recht, Kirchenfeste zu feiern
wie sie fielen. |
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Nach 1495 |
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Man kann die Opferfreudigkeit dieser Leute von 1495 gerecht beurteilen,
wenn man weiss, dass der Bau der Kirche und die Errichtung der Pfarrei
unmittelbar nach dem Krieg (1484-1494) stattgefunden hat. Zu gleicher Zeit
mussten aber die Leute auf den Alpjien und in Zwischbergen fast sämtliche
Häuser wieder neu aufbauen. Auch war der Verdienst bringende Gütertransport
auf der Strasse für längere Zeit zerstört. Trotzdem erbauten die
Pfarreiangehörigen in dieser ausserordentlich schweren Zeit nicht etwa ein
Notkirchlein, sondern liessen sie bald noch durch prächtige und wertvolle
Fresken schmücken. |
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1967-1968 |
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Seit dem Kraftwerkbau von 1952 konnte die Kirche die stetig anwachsende Bevölkerung nicht mehr fassen. Auch hatte die alte Kirche im Chor verschiedene grosse Risse und bedurfte einer Renovation. Ein Ausbau der Kirche und Neubau des Pfarrhauses drängte sich auf. Am 2. Oktober 1967 begann man mit dem Bau und am 25. Mai 1968 konnte der Pfarrer im prächtigen Pfarrhaus einziehen. |
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